Wanderbikeklettern (Zuletzt)

– Yosemite Backflash

Giant Sequoias im Dunkelsteiner Wald. Es fehlen nur die Bären.

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– Weinseligland Langenlois

Ringelspiel Pestsäule und Schmiedeeisenbrezel.

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– Marchradfeld

Ackerfurchen, Heckenreihen, endlose Felder/ Schrankenerektion, Propellerrotation, gerastertes Land/ Horizont, Fluchtpunkt, the sky is the limit!

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– Manhartsberg bebiked

Stiefern im Kamptal zwischen Zwiebelturm und Blutbaum(?)

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– Waldstroboskop

Licht (…), Licht (…), Licht (…)

Rad einmal! Lobau!

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– Back to Rock

Zum ersten Mal seit über zwei Jahren wieder „richtig“ klettern (mehrere Seillängen) mit Wendelin. „Direkter“ Teufelsgrat (-5!) auf der Hohen Wand. Bizarres Detail: Zu- und Abstieg (noch) mit Krücken.

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– Wienerwaldvelo

Kalks, Burg, Furt / Laab, Lainz, Wald / Tier, Garten, Mauer / Güten, Bach, Tor

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Jenseits von Ibiza

liegt Mallorca. Kein Ort für einen politischen Show Down. Statt dessen eine Aufsehen erregende Berglandschaft im Norden. Schroffe, für den Kletterer inspirierende Felsformen, türkises Kitschpostkartenmeer, Märchenwälder. Nix für Ballermänner und —frauen. Party, Party, Party ist im flachen Süden. Sonst wird in Mallorca im Frühjahr eine andere Lebensform zelebriert – Die sportliche Selbstverwirklichung in Form von Swim-Bike-Run. Port de Pollenca wird dann zum Triathlon Trainingscamp. Schwerpunkt scheint dabei das Radfahren zu sein. Kolonnen von manch übergewichtigen Freizeit Frooms, viele davon seine Landsmänner und -frauen treten, treten, treten auf hochpreisigen Hightechgeräten  endlos erscheinende Steigungen hinauf. Gäbe es ein Geräusch, das in meinen Ohren nachklingt, dann ist es das Pfauchen der Laufräder am Asphalt, beim Bergabfahren. „Chhhuuh“…. weg ist er. Hast Du ihn gesehen?

Autofahren kann hier stressig werden, im Schritttempo. Vor Dir gespannte Gesäß-muskeln und harte Wadeln in Gänsereihe. Umkehr der Straßenmachtverhältnisse. „Life behind Bars“ (Mit einem Bild eines Rennradlenkers) stand auf dem T-shirt eines der Radfahrer. Besser wäre „King of the Road“.

Unser Training war beschaulicher. Viel Radfahren, so weit gehen, wie es mein Fuß erlaubte. Außerdem fand ich zeichnerischen Gefallen am Formenreichtum der Felsen. Anbei eine kleine Auswahl aus meinem Skizzenbuch.

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Spring Sketch

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Friedrichswand
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Schneeberg
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Kreta
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Schneeberg
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Kreta
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Wienerwald
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Friedrichswand
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Freidrichswand
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Engadin
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Engadin
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Schneeberg
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Prater
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Prater
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Prater

Der Eiszeit zu weit voraus

 

1979. Die Eisgeräte waren damals noch nicht für das Steileisklettern gedacht. Form und Ausführung entsprachen eher den Anforderungen von hochalpinem Flankeneis. Ich begann daran herumzubasteln und es entstanden einige eigenwillige Versuche, Pickel mit Doppelspitze, analog den Frontzacken der Steigeisen. Weiters „erfand“ ich eine Doppelklaue als Stabilisator am Schaftende des Pickels, die in modifizierter Form als additiver Teil von Salewa hergestellt wurde. Sie war der totale wirtschaftliche Flopp!

Eine gestalterische Maßnahme sollte aber doch hervorgehoben werden: Schon ganz am Anfang des Eiskletterns erkannte ich, dass man sich bei einem geraden Pickelschaft die Finger am Eis anschlägt. Ich entwarf daher einen gekrümmten Schaft. Als ich dann mit dem Konzept zum Leiter der Firma Stubai vorgedrungen war, muss er mich für einen Irren gehalten haben. Im Klettern herrschte damals in Österreichs Alpentäler noch Mittelalter. Ihm, einem behäbigen Mann mit Schnauzer, saß ein schmales Bürschchen gegenüber. Noch dazu ein Engländer, der in Wien lebt (also der kann ja nichts vom Bergsteigen verstehen), erzählt einem gestandenen Tiroler Älpler, dass es Leute gibt, die auf gefrorene Wasserfälle hinaufklettern und dazu einen Eispickel brauchen, dessen Schaft gekrümmt ist. Seiner Körpersprache und dem Gesichtsausdruck nach war festzustellen, dass er mir kein einziges Wort glaubte. Wie es scheint, war ich damals der Zeit ein wenig zu weit voraus. Der gekrümmte Schaft ist heute Standard.

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Originalentwurf für einen Stubai Eiskletterpickel mit Stabilisationsklaue und gekrümmten Schaft.

Einmal geht‘s noch

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Felsen bei Koundouri
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Am Weg nach Anidri
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Am Strand
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Just Rock
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Kloster Azogires
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Gegenüber von Yanis
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Nightlife in Paleochora
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Erste Gäste bei Aristea
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Mesavlia Schlucht
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Berge bei Azogires

17.Okt.  Wieder am Weg zu unserem Kretischen Felsenschrebergarten. Leichte Dunst-Nebelschleier lagen in den Bergen. Alles war still. Kaum eine Auto auf der Straße nach Paleochora. Doch im Städtchen selbst wurde scheinbar der touristische Jahresausklang zelebriert. Da war was los. Der biologische Knitterlook herrschte vor. Obwohl bereits mit Jahresringen versehen, schienen die Oldies eine sportliche Vergangenheit zu haben, hier beim Ausklang der Ausklingenden. Krista und ich erkannten uns in ihnen wieder. 

Diesmal dienten die Felsen wieder mehr der grafischen Interpretation, als zum Klettern. Noch – die Kletterlust ist da, aber der Fuß ist ihr noch nicht gewachsen. Bei ein paar Wanderungen, eine davon mehr Bergtour, mußte ich dann doch zur Krücke greifen. Also – take it easy. Daher viel Zeichnen und Kritzeln, diesmal auch ein paar Skribbles von unserem „Nachtleben“ in Paleochora. (Beim obligaten Bergtee im Kafeunio der Einheimischen mitten im Ort). 

Aufgeregt zerrte mich meine Enkelin Ella oft beim Frühstück vom Tisch. Meerschauen wollte sie, Frühstück war ihr viel zu langweilig. Alles ist so aufregend mit dreieinhalb Jahren. Der Rythmus und das Rauschen der Wellen, das Prickeln des Sandes auf den Fußsohlen, viele Katzen, leider scheu und nicht kuschelig, und vor allem Krista‘s Feldstecher, der die Welt so herrlich klein machen kann, wenn man verkehrt durchsieht!  Es gab so viel zu erleben und zu sehen. 

Auch der sich wiederholende Widerspruch von den schaurigen Bildern schwer Kranker auf den Zigarettenpackungen, als Gegensatz zur eindrucksvollen Natur, wo sie achtlos weggeworfen worden waren.

We took the last plane home, einen der letzten Direktflüge nach Wien. 

Am 1.November waren wir vom Herbst umnebelt. 

Skizzen: On Site. Aquarellbuntstift, teilweise mit gescannt und mit Brushstroke nachbearbeitet. 

Arco

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Aber die Felsen sind in Wirklichkeit nur Teil des Erlebnisses. Ich spüre in dem Städtchen ein ästhetisch geprägtes Lebensgefühl an der Schnittstelle von altösterreichischer K&K Geschichte und coolem Italienischen Design. Umgeben von einer grandiosen Landschaft, wo steile Dolomitwände in den breiten Talboden des Sarcatales übergehen. Felsen treffen hier auf Obst- und Weingärten, Palmen und Zypressen. In der Ferne blitzen die Segel der Windsurferarmada auf dem sich endlos in den Süden windenden Gardasee. Die Unendlichkeit scheint türkisblau, wenn die Sonne scheint.

Altstadtromatik, orangefarbige alkoholische Spritzgetränke und Lokale, die sich versuchen bei den „Getränkegoodies“ zu überbieten. Ein ganzer Straßenzug voller Geschäfte, die die neuesten „climbing toys“ anbieten. Es scheint Teil eines Arcoerlebnisses zu sein, dem Kitzel des Konsumdranges nachzugeben und sich Zeug zu kaufen, das man eh nicht wirklich braucht. Welch ein Paradigmenwechsel im Klettern. Wo sind die Zeiten, als die Kletterer vor allem durch ihre – oft bewußt kultivierte – schäbige Kleidung, und Schnorren auffielen? „Dirtbags“ nannte man sie.

 Dazu sozusagen „anwenderfreundliche“ Kletterein (es gibt natürlich auch andere, echte „Hämmer“, aber nicht für uns gedacht). Bolt reiht sich an Bolt. Darüber freute ich mich natürlich, angesichts meiner derzeitigen Einschränkung. Ich muss mir alle möglichen Movekombinationen ausdenken um einfache Viererstellen zu überlisten. 

Hier erlebt man aber auch hautnah, wie Klettern mainstream geworden ist. Die Demokratisierung eines ehemalig elitären Abenteuers treibt seltsame Blüten. Wohlbeleibte Damen reiferen Alters, dem Akzent nach bundesdeutscher Herkunft, wuchten sich die Felsen hoch. Leicht hysterische Streitgespräche über Seilzug, Seilknoten und aufkommende Panik inklusive gegenseitiger Schuldzuweisungen darüber, schallen von 20m hohen Felsen. Früher wären sie als alpine „displaced persons“ mit Sorge gesehen worden. Heute aber scheint so ein Bild tolerierbar. Wie verhaltensauffällige Kinder auf einem Kinderspielplatz. Irgendwann werden sie schon wieder heim gehen. Für die Damen scheint, wie für viele andere auch, der Fels bloß zu einem Outdoor Fitnessgerät geworden zu sein.

Ansichten eines Klettersnobs: Ich klettere zwar immer noch gerne, und freue mich über die neuen Entwicklungen, die auch Durchschnittskletterern ein stressfreies Klettern ermöglicht.  

Aber noch immer habe ich großen Respekt vor der Natur und den Bergen in denen ich mich bewege. Sie sind kein beliebiger schräger Spielplatz. Der Alpinismus ist ein Kulturform mit Geschichte und gelebten Werten. Auch wenn er, wie in Arco – touristisch gesehen- meisterlich mit Infrastruktur und Marketing dem konsumorientierten Zeitgeist Rechnung trägt. Trotzdem – Arco ist noch immer cool!

Pics: „Spontanimages“. Kollagen aus Skizzen vor Ort (aus dem Skizzenbuch), teilweise mit Adobe Sketch nachbearbeitet und Schnappschüsse mit dem Smartphone

Engadin Blues 18

In der zunehmenden, altersbedingten Rückwärtsgewandtheit wird unser bergsteigerisches Leben immer mehr von Träumen bestimmt. Kleine Erlebnisse in den Bergen, kurze Kletterein im Klettergarten und „familienfreundliche“ Mountainbiketouren genügen jetzt, um für uns bedeutungsvolles aus der Vergangenheit wieder ins Leben zu rufen.

Damit schließt sich ein Kreis. Wir werden wieder zu Kindern. Auch damals träumten wir – ausgehend von ersten Bergtouren und ersten Kletterversuchen – von Abenteuern in großen Wänden und dem Besteigen hoher Berge.  Das lag noch in der Zukunft und schien möglich. Manches

davon wurde realisiert.

Heute erinnern wir uns daran. Die Erinnerung verklärt den Blick, ein Bluesakkord ertönt im Hintergrund. Die nun unerreichbar hohen Gipfel des Engadin lassen uns träumen.

Sketches: Aus dem Engadin August 2018