Terra incognita bei Wien

Die letzten Sommertage. Heimurlaub, Tagesausflüge. Mit dem Bike Orte entdecken, die wir noch nicht kennen. Unbekannte Felsen beklettern. Notopo, wieder vom Boden weg in Neuland einsteigen. Nicht wissen, wo die Reise hinführt. Dabei werden wieder 10 bis 15m hohe Felsen zu Abenteuern für Oldies. Auch wenn der Schwierigkeitsgrad dann kaum mehr als 3-4 ist. Talk about Risikogruppe!

NoTopo im Gneis, im Reich der Siebenschläfer
Im Gneis
Namenloser Felsen, die Schwammerln sind vom Pips
Im Piestingtal
Im Piestingtal. Oje, Krista hat einen Zwetschkenbaum entdeckt, das kann dauern!
In den Weiten des Weinviertels
Auf ruppigen Feldwegen und kurzen, giftigen Anstiegen im Weinviertel. Die liebliche Landschaft täuscht. Manche MB Routen sind ganz schön anspruchsvoll.

Naturraum oder Sportarena

Eine Gedankenskizze, ausgelöst durch ein paar Tage im Engadin und im Maltatal.

Als jemand, der den Bergen in verschiedensten sportlichen Formen gegenübertritt, muss ich mir die Frage stellen, welche Bedeutung der alpine Raum eigentlich wirklich für uns hat. Befinden wir uns dabei nicht in einer paradoxen Situation, nämlich einerseits der Wunsch uns in einer möglichst naturbelassenen Landschaft zu bewegen, anderseits wollen wir die Berge doch als eine sportliche Herausforderung wahrnehmen? Gerade jetzt, wo ich durch meine – als zur Seniorenrisikogruppe zugehörig – bestimmten körperlichen und psychischen (sprich “Ängste”) Einschränkungen gerne Hilfsmittel in Anspruch nehme. Sei es die Trekkingstöcke zum Auf- und Abstieg oder die Bohrhaken in den Plaisierrouten unteren Grades. Ganz zu schweigen vom Abstieg mit der Seilbahn oder den ausgeschilderten Mountainbikerouten oder, usw. Aber mit dem E-Bike lasse ich mir noch Zeit. Wahrscheinlich weil die unterschwellige Werbung derartig penetrant ist, dass sie in mir Oppositionsgefühle weckt.

Mir ist diesmal sehr bewußt geworden wie sehr wir uns in einer Bereitstellungsgesellschaft befinden, wo möglichst vielen Menschen (zumindest in unserer westlichen Gesellschaft) alles Erdenkbare angeboten werden soll. So auch in den Alpen. Sie haben wirtschaftliche Bedeutung erlangt, bieten dabei Arbeitsplätze und Wohlstand für eine Bevölkerung, deren Elterngeneration noch in vielen Alpentälern unter sehr bescheidenen Verhältnissen leben mussten. So ist die Schaffung einer sportlichen Infrastruktur nachvollziehbar und verständlich. Dennoch muss es uns bewußt sein, dass der Berg zunehmend zur Ware geworden ist. Das ist eine kritische Transformation. Durch den Eintritt in, und durch die Gestaltung der Bergwelt ist der Naturraum längst zum Kulturraum geworden. Aber jetzt vollzieht sich der Schritt zur Sportarena. Das ist ein Faktum, Naturromantiker mögen mir verzeihen. Der Schritt also ist an vielen Orten schon vollbracht. Manche machen’s besser. Vom Maltatal bin ich diesbezüglich sehr beeindruckt. Die Zukunft liegt im Alpenraum in der Landschaftsgestaltung, im umsichtigen Design eines sensiblen Raumes, wo man sich bewußt ist, dass die Berge das Kapital sind, das man nicht verspielen darf. Design heißt aber nicht, dass alles erschlossen und gestaltet sein muss. Gezielte Planung beinhaltet auch Räume, die unberührt bleiben sollen. Sozusagen künstliche Naturräume. Falls wir das schaffen?

Anbei ein paar Skizzen von meinen diesmaligen Landschaftseindrücken.

Maltatal Langkar
Maltatal
Susch im Unterengadin
Seitental des Fluelapasses
Val Roseg
Piz Roseg
Berge bei S-Carl
Berge im Val Sasauna

Weites Weinviertel

Ein paar Impressionen von unseren Entdeckungsreisen durch die Felder, Wälder und Hügeln des Weinviertels am Mountainbike. Garantiert keine Touristen und eindrucksvolle Routen.

Going Local

Iphonische Fingerscribbles, den Anstieg durch eine Skizzenpause unterbrechen, auf Felsen herumkrabbeln, die unbekannten Gebirge des Weinviertels mit dem Mountainbike erobern, aus bunten Papieren die erlebten Landschaften zusammenkleben. „Die waren Abenteuer sind im Kopf„ ,hat André Heller einmal gesagt. Oder ist es nur die Bereitschaft die Welt neu wahrzunehmen? „Den Scheinwerfer einmal anders auf etwas zu richten“ (oder so ähnlich) hat Robert Pfaller einmal gemeint. Besser aber: „Just Do It“ , so wie ein bekannter Turnschuhhersteller sagt. So wird die Umgebung Wien‘s zur Inspirationsquelle für neues.

Am Marchfeldkanal
Am Bisamberg
In den endlosen Weiten des Weinviertels (Iphone Finger Scribble)

Marmorsteinbruch, Fischauer „Berge“
Im Föhrenwald (Iphone Finger Scribble)
Rax, Brandschneide. Meine ersten 1000 Höhenmeter nach dem Kretaabsturz. (Iphone Finger Scribble)
Rax, Brandschneide (Iphone Finger Scribble)
Hoher Stein im Dunkelsteinerwald
Hoher Stein (Inspired by…, Iphone Finger Scribble)
Mamorsteinbruch, Fischauer Berge
Marmorsteinbruch, Fischauer Berge
Rax, Brandschneide
Rax, Brandschneide
Felsen in Dürnstein (Iphone Finger Scribble)
Lobau (Iphone Finger Scribble)

Mit dem Finger auf dem iPhone

Angeregt von David Hockneys Skizzen auf iPhone (Hockney.com/works/digital/iPhone), wollte ich es selbst einmal versuchen. Das ist eine ganz schöne Herausforderung, die Bildinformation auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, um mit dem rechten Zeigefinger am iPhone auf einem Kinderzeichenprogramm zu zeichnen!

Blühender Busch
Steinbruch
Gefällte Bäume
Felsen in Dürnstein
Mit zittriger Hand!
Schiefe Bäume im Wienerwald
Im Wienerwald
In der U-Bahn
Am Kinderspielplatz

Risikogruppe

„No risk, no fun“ oder den Ego unterdrücken, sich dem Ganzen unterordnen? Solidarität statt Selbstverwirklichung. Meine Generation waren als Kletterer Freaks, Außenseiter, „living on the edge“, Grenzgänger. 

Nun erzeugt die regelmäßig stattfindende ORFshow von Captain Short and his Coronaboys flaue Gefühle in meiner Magengrube. Wie bei der Zeugnisvergabe seinerzeit in der Schule. Die Rollenverteilung der Regierungsband ist gut orchestriert. Der Frontman als kühler Oberlehrer, dann der leutselige Volksnahe, der Empathisch-Verbindliche und der Mann fürs Grobe. Ich fühle mich entmutigt. „No Future“ Zirren erscheinen plötzlich am seelischen Horizont. Im Facebook herrscht rückwärtsgewandtes „Yesterday all my troubles seemed so far away“. Kinderfotos und alte Urlaubsbilder – wie langweilig. Das verstaubte Familienalbum wird vom Dachboden hervorgeholt.

In mir regt sich WIDERSTAND! 

Doch Hinausgehen ist eine Mischung aus Schuldgefühlen und Paranoia. In meinem Alter sollte man ja gefälligst daheim bleiben, heißt es. Entgegenkommende könnten ja Vervirte sein. 

Aber mit dem Rad läßt sich’s flüchten. Mit Krista entdecke ich neue Mountainbikewege am Bisamberg und in den Mannswörther Donauauen. Wir erschließen weiße Flecken auf unserer persönlichen Landkarte. 

Draußen spielt es gerade Frühling. Und wie! Sozusagen Sommervorschuß mit viel Sonne und warmen Tagen. Meine saisonalen Kletterinstinkte erzeugen in mir Unruhe. Kletterer denken nicht an Risiko. Zumindest nicht vordergründig, weil Abstürzen tun ja eh nur die Anderen. Der erhobene Zeigefinger der Coronaboys bewirkt aber ein bisschen schlechtes Gewissen, als ich den warmen Fels endlich berühre. Wie beim Apfelstehlen in Nachbars Garten, oder beim Schwarzfahren in der U-Bahn.

So allein, wie im Dürnsteiner Klettergarten, waren wir noch nie. Es ist ein ganz besonders schöner Tag als Lohn für die Bereitschaft, gesellschaftliche Regeln zu mißachten. Apropos Risikogruppe.  Ein paar Tage später werden wir mit einem Schlag wieder daran erinnert, dass Klettern riskant sein kann, nachdem ich Krista sehr schnell entgegenkommen musste. Wieder mit einem ausbrechenden Griff. Das Zigeunerloch. Die Route erschien harmlos, ein Felsgrat unter dem Laubdach der Bäume in den Fischauer Bergen. Zum Glück – nix is passiert. Krista und der Sicherungshaken unter mir haben den Sturz nach ein paar Metern gehalten.

Aber im Ernst: Bitte das kokette Augenzwinkern zu entschuldigen! Ich bin froh über die raschen Entscheidungen der Regierung, mit all den Fragezeichen, die dabei entstehen. Auch Regieren ist nicht frei von Risiken, ob rechtlich, wirtschaftlich oder gesellschaftlich.

Politik ist daher letztlich auch „Risky Business“ und die Verantwortlichen eine Risikogruppe, aber im entgegengesetzten Sinn.

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Biking Bisamberg

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Biking Bisamberg

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Dürnstein

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Dürnstein

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Zigeunerloch Fischauer Berge

 

Fake Winter

Am urbanen Rand träge fließendes braunes Donauwasser

Winterliche Scherenschnittbäume vor trübblauer Kulisse

Perspektivische Flucht – Linie als Wegweiser zur Unendlichkeit

Hobbithäuschen versteckt im Buschgeäst

Mit dem Rad gegen den Wind

Kein Gleiten auf schmalen Latten

Durch weißes Land

Getäuschte Jahreszeit

  

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Am Radweg bei Strebersdorf

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Am Donaukanal

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Am Marchfeldkanal

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Bootshaus am Heustadlwasser

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Am Donaukanal

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Weinkeller bei Strebersdorf

40 Jahre Glaspalast

Vor ein paar Tagen bin ich von Felix Kromer daran erinnert worden, dass es jetzt im Februar 40 Jahre her ist, dass wir den Glaspalast erstbegangen haben.

Der Glaspalast am Taleingang vom Gasteiner Tal bei Klammstein ist höchstwahrscheinlich die erste lange, schwierigere Eisroute, die 1980 in Österreich geklettert wurde. (Laut bergsteigen.com 340m lang).  Sicher aber die erste Eistour im Gasteiner Tal. Erich war aufgefallen, dass es in der Talenge am Anfang des Gasteiner Tales starke Eisbildungen gab. Die Begehung wurde vom ORF für die damalige Sendung „Sport am Montag“ unter der Leitung von Bernd Seidel gefilmt und erfolgte über zwei Tage mit einem Biwak in einer Eishöhle unter dem dritten Aufschwung. Unsere Ausrüstung war, der damaligen Zeit entsprechend, rudimentär. Zum Sichern hatten wir  aber – zum Glück- einige Russische Eisschrauben mit, die Erich und ich bei einem Kletterbewerb in Georgien davor erworben hatten. Erich kam dann nur mehr mit seinen Clogs an den Füßen zurück, da wir fast unsere gesamte Ausrüstung und er alle seine Schuhe gegen „Titan“ eingetauscht hatte.  Diese Schrauben waren – es waren ja noch sowjetische Zeiten – in irgendwelchen Stahlwerken „außerhalb der Arbeitszeit“ hergestellt worden und unterschieden sich untereinander stark im Design und in der Anwendungsform.

Die Pickel waren noch von uns modifizierte“ Stubai Rupal Geräte (ja, die mit den grünen Plasikschäften, nicht gerade safe, da die Kopfteile nur mit den Schäften verklebt waren!) Also Pickel, die für alpine Eisflanken konzipiert waren und nicht für gefrorenes Wassereis. Dazu Lederbergschuhe und mit Riemen befestigte Chouinard Steigeisen. (Sehr hart geschmiedet, super für „mixed“ Climbing,  aber gelegentlich snappte eine Zacke ab. So bin ich viele Jahr mit einem Sondermodell geklettert – 11 Zacker!)

Kleines Detail am Rande. Ein Jahr später traf ich einen sehr bekannten Salzburger Kletterer bei der ISPO Sportmessen in München. Er hatte noch nie etwas vom Klettern auf gefrorenen Wasserfällen gehört und verstand den Sinn davon als – sagen wir es so -sehr fragwürdig.

Der Glaspalast war der Auftakt für die Erschließung des Gasteiner Tales und seiner Nebentäler für das Eisklettern.

Erstbegehung: Februar 1980

Erstbegeher: Felix Kromer, Erich Lackner, James G. Skone

 

 

Winter Blues

 

 

 

 

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felsgeist

aus dem nebelhauch erscheine.

erzähle mir von deiner welt

der weite und dem grellem schnee

und vom horizont, dem land dahinter.

will entfliehen dem fluch der schatten,

hinauf ins helle träumereich.

 

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buchen besen bäume

als

scheren schnitt horizont

im

winter wiener wald

sky blue

 

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darts in superzeitlupe

kleben am himmel

so langsam

flugmüde

der zielscheibe schwechat

entgegen

gleich hinter den häuserbergen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Felsen nach Kreta tragen

Diesmal brachten wir Bilder mit nach Paleochera. Von Bergen, Felsen und  Strandkiesel, von unseren Erlebnissen in den Kretischen Bergen. Die „NoTopo“ Ausstellung zeigte mir, dass ich, mit der Idee Klettern aus einer künstlerischen Perspektive darzustellen, eine neue bildliche Erzählform entdeckt habe.

Aber wir gingen auch. Oft 90° zur Hauptstraße. Dort wo man laut Rudi Homberger (oder doch John Muir oder…) am besten ein Land kennen lernt. Da sieht man in Kreta, wie die Natur verfallenes Mauerwerk bald wieder in Besitz nimmt. So machte ich wieder Skizzen von Steinen. Aber nicht als Kletterfelsen, sondern zu Mauern geordnet.

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NoTopo, Art Flow Gallery

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Vernisage

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NoTopo

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NoTopo

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NoTopo

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Vernisage

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Vernisage

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Zwischen Krios und Elafonisi

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Vasillaki

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Paleochera

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Aptera

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Aptera

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Aptera

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Aptera

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Agios Pavlos

 

NoTopo Ausstellung in Kreta

Ein Ausstellung im MAK, oder gar in der Tate Modern? Easy, wenn Du die richtigen Leute kennst. Aber in der einzigen kleinen Galerie in Paleochera in einer Ausstellung Klettern als Form von Landart darzustellen ist ein echtes „künstlerisches Abenteuer“. Eine kühne Idee an einem Ort fernab der etablierten Kunstszene. Sozusagen „Go Climb a Rock“ at „The Gallery at the End of the Universe“.

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