Risikogruppe

„No risk, no fun“ oder den Ego unterdrücken, sich dem Ganzen unterordnen? Solidarität statt Selbstverwirklichung. Meine Generation waren als Kletterer Freaks, Außenseiter, „living on the edge“, Grenzgänger. 

Nun erzeugt die regelmäßig stattfindende ORFshow von Captain Short and his Coronaboys flaue Gefühle in meiner Magengrube. Wie bei der Zeugnisvergabe seinerzeit in der Schule. Die Rollenverteilung der Regierungsband ist gut orchestriert. Der Frontman als kühler Oberlehrer, dann der leutselige Volksnahe, der Empathisch-Verbindliche und der Mann fürs Grobe. Ich fühle mich entmutigt. „No Future“ Zirren erscheinen plötzlich am seelischen Horizont. Im Facebook herrscht rückwärtsgewandtes „Yesterday all my troubles seemed so far away“. Kinderfotos und alte Urlaubsbilder – wie langweilig. Das verstaubte Familienalbum wird vom Dachboden hervorgeholt.

In mir regt sich WIDERSTAND! 

Doch Hinausgehen ist eine Mischung aus Schuldgefühlen und Paranoia. In meinem Alter sollte man ja gefälligst daheim bleiben, heißt es. Entgegenkommende könnten ja Vervirte sein. 

Aber mit dem Rad läßt sich’s flüchten. Mit Krista entdecke ich neue Mountainbikewege am Bisamberg und in den Mannswörther Donauauen. Wir erschließen weiße Flecken auf unserer persönlichen Landkarte. 

Draußen spielt es gerade Frühling. Und wie! Sozusagen Sommervorschuß mit viel Sonne und warmen Tagen. Meine saisonalen Kletterinstinkte erzeugen in mir Unruhe. Kletterer denken nicht an Risiko. Zumindest nicht vordergründig, weil Abstürzen tun ja eh nur die Anderen. Der erhobene Zeigefinger der Coronaboys bewirkt aber ein bisschen schlechtes Gewissen, als ich den warmen Fels endlich berühre. Wie beim Apfelstehlen in Nachbars Garten, oder beim Schwarzfahren in der U-Bahn.

So allein, wie im Dürnsteiner Klettergarten, waren wir noch nie. Es ist ein ganz besonders schöner Tag als Lohn für die Bereitschaft, gesellschaftliche Regeln zu mißachten. Apropos Risikogruppe.  Ein paar Tage später werden wir mit einem Schlag wieder daran erinnert, dass Klettern riskant sein kann, nachdem ich Krista sehr schnell entgegenkommen musste. Wieder mit einem ausbrechenden Griff. Das Zigeunerloch. Die Route erschien harmlos, ein Felsgrat unter dem Laubdach der Bäume in den Fischauer Bergen. Zum Glück – nix is passiert. Krista und der Sicherungshaken unter mir haben den Sturz nach ein paar Metern gehalten.

Aber im Ernst: Bitte das kokette Augenzwinkern zu entschuldigen! Ich bin froh über die raschen Entscheidungen der Regierung, mit all den Fragezeichen, die dabei entstehen. Auch Regieren ist nicht frei von Risiken, ob rechtlich, wirtschaftlich oder gesellschaftlich.

Politik ist daher letztlich auch „Risky Business“ und die Verantwortlichen eine Risikogruppe, aber im entgegengesetzten Sinn.

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Biking Bisamberg
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Biking Bisamberg
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Dürnstein
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Dürnstein
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Zigeunerloch Fischauer Berge

 

Fake Winter

Am urbanen Rand träge fließendes braunes Donauwasser

Winterliche Scherenschnittbäume vor trübblauer Kulisse

Perspektivische Flucht – Linie als Wegweiser zur Unendlichkeit

Hobbithäuschen versteckt im Buschgeäst

Mit dem Rad gegen den Wind

Kein Gleiten auf schmalen Latten

Durch weißes Land

Getäuschte Jahreszeit

  

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Am Radweg bei Strebersdorf
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Am Donaukanal
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Am Marchfeldkanal
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Bootshaus am Heustadlwasser
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Am Donaukanal
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Weinkeller bei Strebersdorf

40 Jahre Glaspalast

Vor ein paar Tagen bin ich von Felix Kromer daran erinnert worden, dass es jetzt im Februar 40 Jahre her ist, dass wir den Glaspalast erstbegangen haben.

Der Glaspalast am Taleingang vom Gasteiner Tal bei Klammstein ist höchstwahrscheinlich die erste lange, schwierigere Eisroute, die 1980 in Österreich geklettert wurde. (Laut bergsteigen.com 340m lang).  Sicher aber die erste Eistour im Gasteiner Tal. Erich war aufgefallen, dass es in der Talenge am Anfang des Gasteiner Tales starke Eisbildungen gab. Die Begehung wurde vom ORF für die damalige Sendung „Sport am Montag“ unter der Leitung von Bernd Seidel gefilmt und erfolgte über zwei Tage mit einem Biwak in einer Eishöhle unter dem dritten Aufschwung. Unsere Ausrüstung war, der damaligen Zeit entsprechend, rudimentär. Zum Sichern hatten wir  aber – zum Glück- einige Russische Eisschrauben mit, die Erich und ich bei einem Kletterbewerb in Georgien davor erworben hatten. Erich kam dann nur mehr mit seinen Clogs an den Füßen zurück, da wir fast unsere gesamte Ausrüstung und er alle seine Schuhe gegen „Titan“ eingetauscht hatte.  Diese Schrauben waren – es waren ja noch sowjetische Zeiten – in irgendwelchen Stahlwerken „außerhalb der Arbeitszeit“ hergestellt worden und unterschieden sich untereinander stark im Design und in der Anwendungsform.

Die Pickel waren noch von uns modifizierte“ Stubai Rupal Geräte (ja, die mit den grünen Plasikschäften, nicht gerade safe, da die Kopfteile nur mit den Schäften verklebt waren!) Also Pickel, die für alpine Eisflanken konzipiert waren und nicht für gefrorenes Wassereis. Dazu Lederbergschuhe und mit Riemen befestigte Chouinard Steigeisen. (Sehr hart geschmiedet, super für „mixed“ Climbing,  aber gelegentlich snappte eine Zacke ab. So bin ich viele Jahr mit einem Sondermodell geklettert – 11 Zacker!)

Kleines Detail am Rande. Ein Jahr später traf ich einen sehr bekannten Salzburger Kletterer bei der ISPO Sportmessen in München. Er hatte noch nie etwas vom Klettern auf gefrorenen Wasserfällen gehört und verstand den Sinn davon als – sagen wir es so -sehr fragwürdig.

Der Glaspalast war der Auftakt für die Erschließung des Gasteiner Tales und seiner Nebentäler für das Eisklettern.

Erstbegehung: Februar 1980

Erstbegeher: Felix Kromer, Erich Lackner, James G. Skone

 

 

Winter Blues

 

 

 

 

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felsgeist

aus dem nebelhauch erscheine.

erzähle mir von deiner welt

der weite und dem grellem schnee

und vom horizont, dem land dahinter.

will entfliehen dem fluch der schatten,

hinauf ins helle träumereich.

 

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buchen besen bäume

als

scheren schnitt horizont

im

winter wiener wald

sky blue

 

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darts in superzeitlupe

kleben am himmel

so langsam

flugmüde

der zielscheibe schwechat

entgegen

gleich hinter den häuserbergen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Felsen nach Kreta tragen

Diesmal brachten wir Bilder mit nach Paleochera. Von Bergen, Felsen und  Strandkiesel, von unseren Erlebnissen in den Kretischen Bergen. Die „NoTopo“ Ausstellung zeigte mir, dass ich, mit der Idee Klettern aus einer künstlerischen Perspektive darzustellen, eine neue bildliche Erzählform entdeckt habe.

Aber wir gingen auch. Oft 90° zur Hauptstraße. Dort wo man laut Rudi Homberger (oder doch John Muir oder…) am besten ein Land kennen lernt. Da sieht man in Kreta, wie die Natur verfallenes Mauerwerk bald wieder in Besitz nimmt. So machte ich wieder Skizzen von Steinen. Aber nicht als Kletterfelsen, sondern zu Mauern geordnet.

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NoTopo, Art Flow Gallery
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Vernisage
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NoTopo
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NoTopo
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NoTopo
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Vernisage
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Vernisage
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Zwischen Krios und Elafonisi
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Vasillaki
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Paleochera
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Aptera
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Aptera
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Aptera
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Aptera
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Agios Pavlos

 

NoTopo Ausstellung in Kreta

Ein Ausstellung im MAK, oder gar in der Tate Modern? Easy, wenn Du die richtigen Leute kennst. Aber in der einzigen kleinen Galerie in Paleochera in einer Ausstellung Klettern als Form von Landart darzustellen ist ein echtes „künstlerisches Abenteuer“. Eine kühne Idee an einem Ort fernab der etablierten Kunstszene. Sozusagen „Go Climb a Rock“ at „The Gallery at the End of the Universe“.

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Stone Free

Diesmal ein paar skizzierte Eindrücke vom Umland von Arco und von Udine, das wir am Weg nach Arco besucht haben. Natürlich sind Krista und ich auch in Arco geklettert. Eine der Skizzen entstand in groben Strichen auf einem Standplatz einer Klettertour und einige beim Mountainbiken. Aber diesmal hat es mir mehr Spaß gemacht altes Mauerwerk anstatt Felsen zu zeichnen. No Rock, oder frei nach Jimi Hendrix: „Stone Free“.

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Fassade in Udine
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Udine
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Udine
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Gardasee
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Rund um Arco
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Wände im Sarcatal
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Canale di Teno- Ein Dorf aus dem Mittelalter
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Canale di Teno- Ein Dorf aus dem Mittelalter